Neulich, in einem Telefonat mit meinem Vater kamen wir auf ein Orgelkonzert zu sprechen, das er im Jahre 2005 anlässlich seines 65. Geburtstages gespielt hat. In diesem Konzert hatte ich, wie so oft, die Ehre umblättern und registrieren zu dürfen. Daher konnte ich das Konzertprogramm mehr als einmal hören. Ein Stück, welches mich aus dem Programm besonders stark beeindruckt hat, ist das Präludium in h-moll BWV 544 von Johann Sebastian Bach.

In der Wikipedia wird im Artikel Orgelwerke (Bach), im Abschnitt Bemerkenswerte Orgelwerke der Musikwissenschaftler Hermann Keller zitiert:

Hermann Keller spricht dem h-Moll-Präludium (aus Präludium und Fuge BWV 544), einen „lyrisch-schmerzlichen Grundcharakter“ zu, […]

Wahrscheinlich ist es genau dieser “lyrisch-schmerzliche Grundcharakter”, der mich besonders an dem Werk anspricht. Abgesehen davon ist der 1727 entstandene zwei- bis fünfstimmige Satz sehr kunstvoll gearbeitet. Und wie so oft bei Bach bin ich völlig fasziniert von der genialen Synthese aus architektonischer Strenge und überirdischer Schönheit.

Noten

Wer im heimischen Notenschrank nicht über eine Gesamtausgabe der Bachschen Orgelwerke verfügt, dem hilft das Internet: Das International Music Score Library Project (IMSLP) (ich habe darüber berichtet) stellt den Abdruck des Werkes in der alten Bachausgabe bereit:

» Präludien und Fugen für Orgel BWV 543-548 bei IMSLP

Aufnahmen

In meinem CD-Regal befand sich leider keine Einspielung des Werkes. Aber auch hier hilft das Internet. Es existieren eine große Zahl an frei verfügbaren Einspielungen dieses wunderbaren Stücks, von denen ich hier einige auflisten will:

Daniel Lemieux, downloadbar auf Lemieux Pipe Organ Company:

Balint Karosi

Diese Aufnahme gibt es auch als YouTube-Video. Das bemerkenswerte an diesem Video ist, dass ab Minute 2:00 die Kamera auf einen kleinen Jungen im Hintergrund zoomt und ihn beim Grimassenschneiden filmt. Sehr lustig! ;-)

Schließlich gibt es noch eine ganze Reihe an Einspielungen bei last.fm:

» Wolfgang Rübsam bei last.fm

» Hans Fagius bei last.fm

» David Sanger bei last.fm

» Joan Lippincott bei last.fm

» Jacques van Oortmerssen bei last.fm

» Martin Lücker bei last.fm

» Hans Helmut Tillmanns bei last.fm

So, da dürfte für jeden etwas dabei sein …

Meine Lieblingsinterpretation unter den oben verlinkten ist zur Zeit die von Joan Lippincott. Frage an meine Leser: Welche gefällt Euch am besten?

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