Tastenpfusch
Das Klavier und ich: eine Hassliebe. Immer zwischen den Polen “notwendiges Übel” und “große Liebe”. Und eine Begebenheit aus meinem Leben, die nun etwa zwölfeinhalb Jahre zurückliegt, verdeutlicht dieses gespaltene Verhältnis:
Am Ende meines zehnten Semesters im Studium der Schulmusik, kurz vor der Abschlussprüfung sollte ich nun auch endlich einmal auf meinem Hauptfachinstrument Klavier in einem Vortragsabend spielen, und es sollte nichts geringeres sein als die drei Cappricci aus den Fantasien op. 116 von Johannes Brahms. Nach vollbrachter Tat meinte mein damaliger, sehr geschätzter Klavierlehrer Guido Heinke zu mir (in etwa, aus dem Gedächtnis, nach zwölfeinhalb Jahren):
Nun ja, es kommt musikalisch schon etwas rüber. Man merkt, Du bist Sänger; es atmet, Du gestaltest schöne Phrasen und Bögen. Aber es ist einfach zu viel falsch! Ich würde Dir jetzt empfehlen, über die Semesterferien mal richtig zu üben …
01. Feb 2008 Dave 7 Kommentare